Zwischenräume sind keine Verschwendung, sondern aktive Bedeutungsträger. Sie trennen, gruppieren, rhythmisieren Inhalte und unterstützen das Arbeitsgedächtnis, indem sie gleichzeitige Reize dosieren. Schon kleine Korridore rund um Buttons, Formlabels oder Zwischenüberschriften reduzieren Verwechslungsgefahr. Nutzer berichten oft, dass „die Seite plötzlich atmet“ und Handlungen leichter fallen, ohne zusätzliche Erklärtexte oder Touren.
Rauschen entsteht durch konkurrierende Farben, zu dichte Typografie, inkonsistente Abstände, Schatten, Linien und Effekte ohne klare Funktion. Ein Audit beginnt damit, Störenfriede zu erfassen, zu klassifizieren und bewusst zu entfernen. Mit einem Screenshot, entsättigten Farben und reduzierter Deckkraft treten unnötige Akzente zutage, die anschließend systematisch bereinigt und dokumentiert werden.
Verbesserte Lesbarkeit ist nicht nur Gefühl, sondern messbar: weniger Rücksprünge, schnellere Fixationen, höhere Erinnerungswerte. Mit Cloze-Tests, Task-Zeiten und Fehleranalysen wird sichtbar, wie Leerraum semantische Beziehungen klärt. Teams gewinnen dadurch Argumente für Priorisierung und mutige Vereinfachung, selbst wenn interne Stakeholder anfangs befürchten, dass „leere“ Flächen ungenutztes Potenzial darstellen.